Semesterthema: Resiliente Gesellschaften

Medizin und Gesundheit im Spiegel von Wissenschaft, Politik und Kunst

Das Wissenschaftsjahr 2026 setzt sich in diesem Jahr zum Ziel, die Medizin der Zukunft transparent zu machen und zu fördern. Dabei werden sowohl die wissenschaftlichen als auch die gesellschaftlichen und alltagsrelevanten Themen der Gesundheitsforschung wie zum Beispiel Prävention und Resilienz in den Fokus gerückt.
In diesem Sommersemester greifen auch wir dieses hochkomplexe Thema auf und setzen uns aus unterschiedlichen Perspektiven mit der Frage auseinander, wie gesellschaftliche Resilienz entsteht und welche Rolle dabei die Medizin, aber auch Konzepte von Gesundheit und Krankheit spielen. So offenbart die
Wissenschaftsgeschichte, wie stark die Medizin nicht nur auf die Entwicklung neuer Disziplinen gewirkt (z. B. Molekularbiologie), sondern zugleich unsere Vorstellungen von Körper, Geschlecht, Normalität und Abweichung geprägt hat und damit Ethik, Recht, Politik und Alltagskultur weithin beeinflusst.
Zusätzlich richten wir den Blick auf die geschlechterspezifischen Dimensionen in der Medizin, um zu verstehen, wie Frauengesundheit und geschlechtersensible Forschung medizinische Versorgung und gesellschaftliche Gesundheit beeinflussen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Zusammenspiel von Mensch, Maschine und Künstlicher Intelligenz, das die zukünftige Gestaltung von Diagnose, Therapie und Pflege maßgeblich prägt. Schließlich eröffnet die Verbindung von Medizin und Kunst einen Zugang zu subjektiven Erfahrungen von Krankheit und Verletzbarkeit.

Die Vielfalt an Perspektiven auf das Thema Medizin und Gesundheit zeigt auf, dass es die Einbindung unterschiedlicher Akteur*innen aus Wissenschaft, Technik, Kunst und Zivilgesellschaft braucht, damit eine demokratische Gesellschaft robust bleiben und sich in Zeiten multipler Krisen weiterentwickeln kann.

Veranstaltungen

Im Folgenden finden Sie die Veranstaltungen zum Thema "Semesterthema Resiliente Gesellschaften" für das aktuelle Semester.

  • Semestereröffnung

    Semestereröffnung Gasthörendenstudium

    Keine Anmeldung erforderlich.

    Begrüßung zum Gasthörendenstudium mit Informationen

    Dozierende Prof. Dr. Elke Katharina Wittich, Christina Rohwetter, Christina Handschug
    Format Vortrag
    Termine Do. 14:00 – 15:30 s.t.; 09.04.2026
    Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr kostenfrei
  • Klinik der Zukunft

    Klinik der Zukunft

    Wie sieht das Krankenhaus der Zukunft aus? Der Vortrag „Klinik der Zukunft“ zeigt, wie Künstliche Intelligenz, innovative Technologien und vernetzte Systeme die Medizin grundlegend verändern. Von OP-Robotern und Service-Robotern über intelligente Gebäudeautomatisierung im Sinne des Smart Hospital bis hin zu optimierten Patientenströmen, modernen Krankenhausinformationssystemen und digitalen Plattformen: Erleben Sie, wie Effizienz, Qualität und Patientenerlebnis neu gedacht werden.

    Ein Blick in eine Zukunft, in der Daten, Automatisierung und Menschlichkeit Hand in Hand arbeiten für eine smartere, nachhaltigere und patientenzentrierte Gesundheitsversorgung.

     

    Prof. Dr. Janina Beilner ist Ärztin (MD, PhD) mit über 20 Jahren Erfahrung im Gesundheitswesen und wurde an renommierten Institutionen ausgebildet, darunter die Medizinische Hochschule Hannover, das Harvard-assoziierte Massachusetts General Hospital, die Stanford Clinics und das National University Hospital in Singapur. Sie ist Senior Vice President Healthcare bei Siemens, wo sie die globale Healthcare-Strategie verantwortet, die digitale Transformation vorantreibt und Wachstumsinitiativen auf Basis von Schlüsseltechnologien wie KI, Datenanalyse und Quantencomputing gestaltet. Darüber hinaus ist sie Honorarprofessorin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg mit Schwerpunkt KI in der Biomedizintechnik (*), hatte Führungspositionen bei Johnson & Johnson und Siemens Healthineers inne und engagiert sich neben ihrer eigenen Beratungstätigkeit für globale Gesundheitsinitiativen über die D.R.O.P.S Foundation.

    DozierendeProf. Dr. Janina Beilner, Siemens
    FormatVortrag
    TermineFr. 14:15 – 15:45; 26.06.2026
    OrtHörsaal 030, Leibniz School of Education (LSE), Im Moore 11 [Gebäude 1135]
    Gebührkostenfrei
  • Frauengesundheit und Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland

    Frauengesundheit und Geschlechtergerechtigkeit in Deutschland

    In der weltweiten medizinischen Forschung wird die geschlechtliche Perspektive häufig außer Acht gelassen. So zeigt der aktuelle Herzbericht, dass Männer häufiger einen Infarkt haben, Frauen jedoch prozentual häufiger daran sterben. Medikamente werden oft falsch dosiert, da in der Forschung geschlechtsspezifische Effekte nicht verlässlich untersucht werden. Vor diesem Hintergrund erklärt die Bundesgesundheitsministerin Nina Warken das Thema „Frauengesundheit“ als Förderschwerpunkt, um der Benachteiligung von Frauen in der medizinischen Versorgung entgegenzuwirken.

    In diesem Blockseminar werden philosophische, gesellschaftliche und politische Perspektiven zum Themenfeld Geschlechtergerechtigkeit und strukturelle Ungleichheiten in der Medizin und Forschung von der Antike bis ins 21. Jahrhundert in den Fokus gerückt. Anhand einiger Textpassagen von Philosoph:innen, Kulturhistoriker:innen oder Frauen – und Geschlechterforscher:innen werden wir uns gemeinsam diesem wichtigen Thema nähern. Die Textauszüge werden von der Dozentin bereitgestellt.

    Das Seminar richtet sich an Frauen*. Besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

    Teilnehmerinnen: max. 20

    Dozierende Dr. Diana Häs
    Format Blockseminar
    Termine

    Fr. 14:00 - 17:00; 22.05.2026
    Sa. 10:00 - 16:00; 23.05.2026

    Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr 42 €
  • Current Affairs XXI: Resilient Societies

    Arbeitskreis Current Affairs XXI: Practising English by Discussing Current Topics (Summer Term 2026): Resilient Societies – Medicine and Health as Reflected in Science, Politics and Art

    It is a self-organized course by Gasthörendenstudium (GHS) students for GHS students. It is designed for persons who have reasonable knowledge of English and would welcome the opportunity to practise their English in a pleasant atmosphere. By taking part, you may not only improve your English language skills but also expand your knowledge on a variety of subjects. 

    In last winter term (2025/2026) we discussed the following issues: “Premature deaths due to exposure to fine particulate matter (PM)” - a fact-check, “James Webb Space Telescope   pushing limits of science”, “Illiberal Democracy”, Introduction of the „Archipelago Svalbard“, “The Guest Student and Senior Citizen Study Program” - a look at Leibniz University and beyond, “About Holmes, Poirot and their authors” - on the 50th anniversary of Agatha Christie’s death (12-01-1976) and “Global State Indebtedness”.

    At the beginning of our course, we appreciate to define a provisional list of topics. Therefore, all participants should bring in their suggestions for the first meeting. However, the success of this course requires a sufficient number of people willing to give a short introduction into the chosen topic and provide participants with information material and reading recommendations the week before.

    For winter term 2025/2026, GHS has selected the framework topic “Resilient Societies - Medicine and Health as Reflected in Science, Politics and Art". The Science Year 2026 aims to make the medicine of the future transparent and to promote it. This will focus on both scientific and societal/everyday relevant topics in health research, such as resilience and prevention. This summer semester, we too will address this highly complex topic and examine, from various perspectives, how societal resilience develops and what role medicine, as well as concepts of health and illness, play in this process. The history of science reveals how profoundly medicine has influenced not only the development of new disciplines (e.g., molecular biology) but also shaped our understanding of the body, gender, normality, and deviation, thereby significantly impacting ethics, law, politics, and everyday culture. 

    Presentations regarding to this issue are highly welcome but not compulsory.

    Those who consider their command of English too weak to manage a presentation will not be left to themselves. Pairs or small groups may be formed to share the workload. Members should also feel free to experiment with different forms of presentation like pro and con speeches, formal debates, interviews etc. Presenters are asked to concentrate on two or three relevant aspects of their topic so that enough time for discussion is guaranteed. The introduction should not exceed 20 to 30 minutes. We are looking forward to meeting students who are interested in practising their English language skills.

    Dozierende Vera Koch/Dr. Michael Keller
    Format Seminar
    Termine Fr. 12:15 - 13:45; 15.05., 22.05., 05.06., 12.06., 19.06., 03.07., 10.07., 17.07.2026
    Ort Raum 002, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1209]
    Gebühr 56 €
  • Resilienz im Alter

    Resilienz im Alter

    Ankündigung und Termine folgen

  • Leibniz und seine Vorschläge zur Gesundheitsvorsorge vor 350 Jahren

    Leibniz und seine Vorschläge zur Gesundheitsvorsorge vor 350 Jahren

    Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz kam vor 350 Jahren als 30-Jähriger nach Hannover und gehörte in einer Vielzahl von Wissensgebieten zu den großen Denkern seiner Epoche. In Mathematik und Naturwissenschaften schuf er zukunftsweisende Grundlagen für Innovationen, die noch weit nach seiner Zeit von Bedeutung waren. Seine besondere Expertise in der Medizin findet in Leibniz-Biografien jedoch selten Erwähnung. Doch auch in diesem Bereich beeindruckt sein Werk, insbesondere seine Ausführungen in den „Directiones ad rem Medicam pertinentes” (1671/1672). Neben wissenschaftlichen Analysen und darauf beruhenden Vorschlägen zur Verbesserung der Gesundheit des Einzelnen postulierte er eine Akademisierung des Arztberufs und forderte ein fortschrittliches, staatlich organisiertes Gesundheitssystem. Der Impulsvortrag von Prof. Dr. Axel Haverich wird Thesen von Leibniz zur Gesundheitsvorsorge vorstellen, die im Wesentlichen heute noch Gültigkeit besitzen. Im Anschluss diskutiert die Leibniz-Forscherin Dr. Ariane Walsdorf mit dem Referenten zentrale Thesen und weiterführende Fragen des Themas.

     

    Prof. Dr. Axel Haverich absolvierte sein Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wo er 1979 auch promovierte. Nach seiner Assistenzarztzeit war er ab 1985 Oberarzt der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der MHH. 1983 forschte er als Stipendiat der DFG an der Stanford University. 1987 habilitierte er sich und wurde 1992 außerplanmäßiger Professor. Von 1993 bis 1996 leitete er die Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie an der Universität Kiel, bevor er 1996 als Direktor an die MHH zurückkehrte. 1995 erhielt er den Leibniz-Förderpreis, mit dem er 1996 das Leibniz-Forschungslaboratorium für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO) gründete, in dem unter anderem eine mitwachsende Herzklappe entwickelt wurde. Seit seiner Emeritierung im Jahr 2023 engagiert er sich in Projekten zu Sport und Bewegung zur Prävention von Volkskrankheiten. Seit 2024 ist er Präsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft in Hannover.

    Dr. Ariane Walsdorf ist Technikhistorikerin mit dem Forschungsschwerpunkt Gottfried Wilhelm Leibniz und eine international anerkannte Expertin für die Leibniz-Rechenmaschine. Seit 2018 ist sie an der Leibniz Universität Hannover als Wissenschaftskommunikatorin tätig und betreut dort u. a. die Leibniz-Ausstellung EXPLORE!Leibniz sowie Sammlungen zu Leibniz’ technischen Erfindungen. Ihre Forschung gilt der Technik- und Wissenschaftsgeschichte des 17. Jahrhunderts, insbesondere Mechanik und Rechenmaschinen. Als Dozentin, Autorin und Medienexpertin vermittelt sie Leibniz’ Leben und Werk einer breiten Öffentlichkeit.

    Dozierende Prof. Dr. Axel Haverich, Dr. Ariane Walsdorf
    Format Vortrag mit Gespräch
    Termine Di. 18:00 – 19:00; 09.06.2026
    Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr kostenfrei
  • Vom Umgang mit Leben und Tod

    Arbeitskreis: Vom Umgang mit Leben und Tod

    Kein Thema berührt uns so existenziell wie der Tod. Er konfrontiert uns mit Verlust, der eigenen Sterblichkeit und mit der Frage nach dem Sinn unseres Lebens. In religiösen Traditionen nehmen die Vorstellungen über die Wechselbeziehung zwischen Leben und Tod einen zentralen Platz ein. Sie prägen Kulturen, Gesellschaften und das individuelle Leben. In einem Vergleich wird deutlich: Den Tod verstehen bedeutet oft auch das Leben verstehen. So betet Moses im Psalm 90 zu seinem Gott Jahwe: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Und ein Hindu-Junge erkennt im Gespräch mit Yama, dem Gott des Todes (Kathaka-Upanishad): „Gott des Todes, wo kann ich einen besseren Lehrer finden als dich?“

    Ergänzend zu einem Überblick über unterschiedliche Glaubenssysteme wird mit Blick auf das Semesterthema die „Charta zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender“ hinzugezogen. Sie wurde vor 16 Jahren von zahlreichen Experten und über 50 Organisationen formuliert (https://www.charta-zur-betreuung-sterbender.de/die-charta.html) und u. a. über den Palliativ- und Hospizverband e. V. veröffentlicht.

    In einem Vergleich stellt sich die Frage: Inwieweit können unterschiedliche Werte- und Glaubenssysteme zu Leben&Tod einen wertvollen Beitrag sowohl für das eigene Leben als auch zu einer Ethik-Debatte leisten.

    Teilnehmende haben die Möglichkeit, die Veranstaltung mit eigenen Beiträgen mit zu gestalten. Die erste Veranstaltung dient neben einer Einführung in das Thema daher auch zur gemeinsamen Abstimmung der Themen.

    Dozierende Ute Kampmann M.A., Dipl.-Religionspädagogin
    Format Seminar
    Termine Mi. 12:15 - 13:45; 03.06., 10.06., 17.06., 24.06, 01.07., 08.07, 15.07.2026
    Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr 49 €
  • Die Gestaltung des modernen Seelenlebens

    Die Gestaltung des modernen Seelenlebens

    Im 19. Jahrhundert wird die Seele zum Darstellungsproblem; im „Europa der Dampfmaschine“ wird gleichermaßen eine Wendung nach innen vollzogen. Künstler und Künstlerinnen dieser Zeit wenden sich der Gestaltung des modernen Seelenlebens und damit der kollektiven psychischen Verfasstheit ihrer Zeitgenossen zu. Thematisiert wird der Verlust der religiösen Heilsgewissheiten, aber auch das problematisch gewordene Verhältnis der Geschlechter, das die Frau ins Zentrum des kulturellen Unbehagens stellt. Dazu kommt die Verunsicherung durch eine zunehmende Verwissenschaftlichung der Welt, aber auch durch gewaltige soziale Bewegungen, ausgelöst durch die Industrialisierung. Man entdeckt die Relativität einer Kultur, die zuvor als Trägerin absoluter Wahrheiten begriffen wurde.

    Vorgestellt werden Edvard Munch, Odilon Redon, Auguste Rodin, Félix Vallotton, Arnold Böcklin, Vilhelm Hammershoi, Dante Gabriel Rossetti und andere.

    Am 25.06. schließt an die Vorlesung eine Exkursion zur Ausstellung Maria Lassnig und Edvard Munch in der Hamburger Kunsthalle an.

    Dozierende Dr. Gabriele Himmelmann
    Format Online-Vorlesung
    Termine Online Fr. 10:15 - 11:45; 08.05., 15.05., 22.05., 29.05., 12.06., 19.06.2026
    Ort Online
    Gebühr 42 €
  • Neue Untersuchungsmethoden an vorzeitlichen Lebewesen

    Neue Untersuchungsmethoden an vorzeitlichen Lebewesen
    Rasterelektronenmikroskopie, Mikro-Computertomographie, Isotopenchemie und Fossilien

    Ursprünglich aus der Medizin, der Mikrobiologie und der analytischen Chemie stammende Untersuchungsmethoden finden heute auch weit außerhalb ihres Ursprungsgebietes Anwendung. Die Entwicklung hochauflösender Rasterelektronenmikroskope hat zu Erkenntnissen des Baus und der Funktionsweise kleinster organismischer Strukturen geführt, die lichtmikroskopisch nicht möglich waren. Die µCT-Analyse erlaubt den zerstörungsfreien Blick ins Innere komplexer Skelette fossiler Wirbeltiere. Mit der massenspektrographischen Untersuchung der isotopischen Zusammensetzung der Hartteile fossiler Organismen gelingen Aussagen zur ehemaligen Umwelt vorzeitlicher Lebewesen.

    Die naturwissenschaftlichen und technischen Grundlagen der genannten Untersuchungsmethoden werden erklärt und an eigenen Forschungen erläutert.

    Dozierende Prof. Dr. Detlev Thies
    Format Seminar
    Termine Mi. 14:00 - 16:00; 06.05., 13.05., 20.05.2026
    Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr 28 €
  • „Intelligenzverstärkung“ und „Mensch-Maschine Symbiose“

    „Intelligenzverstärkung“ und „Mensch-Maschine Symbiose“ – Kommunikationsparadigmen in der Frühphase des Computers

    Die zunächst als elektronische Rechenautomaten gedachten programmierbaren Computer entwickelten sich Ende der 1950er Jahre zu flexiblen Werkzeugen des Menschen. Dabei rückte die Mensch-Computer-Interaktion in den Vordergrund, wobei die verschiedenen Paradigmen im Hinblick auf die Kommunikation von Mensch und Maschine im Mittelpunkt dieses Beitrages stehen sollen. Daneben gibt es seit Ende der 1960er Jahre auch Mensch-Computer-Interaktionen mit einem medialen Charakterzug, die am Rande einbezogen werden.

    Wolfgang Mathis wurde 1950 in Celle geboren. Studium der Elektrotechnik an der FH Hannover, Studium der Physik und Mathematik an der TU Braunschweig mit Dipl.-Phys. (1980), Promotion zum Dr.-Ing. (1984) und Habilitation (1988) im Fachbereich Elektrotechnik der TU Braunschweig. Berufungen als Professor an die Universität Wuppertal (1990) und Universität Magdeburg (1996). 2000-2018 Professor und Leiter des Instituts für Theoretische Elektrotechnik der Leibniz Universität Hannover; seit 2018 Lehrbeauftragter für die Geschichte der Elektrotechnik und Informatik. Er ist Mitglied der Nordrhein-Westfälischen Akademie für Wissenschaft und der Künste und der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften (acatech).

    Dozierende Prof. Dr. Ing. Wolfgang Mathis
    Format Vortrag
    Termine Do. 18:00 – 19:30; 04.06.2026
    Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr kostenfrei
  • Bundesweite Online-Ringvorlesung 2026: Gesundheit im Wandel: Interdisziplinäre Perspektiven auf Medizin und Gesellschaft

    Bundesweite Online-Ringvorlesung 2026: Gesundheit im Wandel: Interdisziplinäre Perspektiven auf Medizin und Gesellschaft

    Die bundesweite Online-Ringvorlesung beleuchtet in diesem Jahr anlässlich des Wissenschaftsjahrs 2026 „Medizin der Zukunft“ aktuelle Herausforderungen in der Medizin, im Gesundheitswesen und der Gesellschaft. Themen sind Gerechtigkeit und Solidarität, Mensch-Roboter-Zusammenarbeit, Pflege und Fachkräftemangel, soziale Ungleichheit und psychische Gesundheit, Gesundheitsversorgung, Ernährung sowie gesundes und resilientes Altern. Die Reihe ermöglicht den interdisziplinären Dialog über Medizin und Gesellschaft.

    Ausführliche Informationen zu den einzelnen Vorträgen und Vortragenden sowie den link zur Online-Ringvorlesung finden Sie hier.

    Veranstwortliche Christina Rohwetter M.A.
    Format Vortrag
    Termine Online Mi. 16:00 - 18:00; 15.04., 22.04., 29.04., 06.05., 20.05., 03.06., 10.06., 17.06., 24.06., 01.07., 08.07., 15.07.2026
    Ort Online
    Gebühr Kostenfrei 
  • Ringvorlesung China: Medizin und Gesundheitswesen

    Ringvorlesung China: Medizin und Gesundheitswesen – Zwischen TCM und Digitalisierung

    Wie die gesamte chinesische Gesellschaft hat auch das Gesundheitswesen in China rasante Modernisierungssprünge gemacht. Dennoch sind traditionelle Behandlungsmethoden integraler Bestandteil im klinischen Alltag. Diese Ringvorlesung wirft sowohl einen Blick auf die Konzepte und Philosophie der traditionellen chinesischen Medizin als auch auf das moderne Gesundheits- und Pflegewesen Chinas.

    • 05.05.2026 Dominique Hertzer (Utting): Chinesische Medizin - Eine Frage der Balance: Philosophische und systemische Grundlagen
    • 12.05.2026 Paul Unschuld (Berlin): Geschichte der Akupunktur in China. Theorie und Praxis von der Antike bis in das frühe 20. Jahrhundert
    • 19.05.2026 Malte von Neumann-Cosel (Mainz): Das Buch der Wandlungen (Yì Jīng) als Grundlage der chinesischen Medizin.
    • 02.06.2026 Qiumei Jiang-Siebert (Baunatal): Einblick in die chinesische Pflege – Strukturen und aktuelle Entwicklungen
    • 09.06.2026 Volker Müller (Peking): ‚Gesundes China 2030‘ – 3,8 Milliarden zusätzliche Lebensjahre. Ein Überblick über das chinesische Gesundheitswesen
    • 16.06.2026 Ulrich Sollmann (Bochum): Transkulturelle Begegnungen im Reich der Mitte – mit psychologischem Blick unterwegs in China
    Dozierende Bettina Grieß M.A. et al.
    Format Vortrag
    Termine Online Di. 14:15 - 15:45; 05.05., 12.05., 19.05., 02.06., 09.06., 16.06.2026
    Ort Online
    Gebühr 42 €
  • Das Tal der Könige: Pharaonenfriedhof der Großreichszeit

    Das Tal der Könige: Pharaonenfriedhof der Großreichszeit

    Seit jeher haben - außer den Pyramiden - die Gräber der Pharaonen des Neuen Reiches im Tal der Könige (ca. 1550 - 1080 v.Chr.) die Phantasie der Menschen beflügelt. Nach einer Einführung in die Wissenschaftsgeschichte (um das 'Tal') werden wir der Frage nach dem architektonischen Grundgedanken nachgehen, der dem pharaonischen (Fels-)Grabtypus gemeinsam ist, wobei die Grabanlagen von Thutmosis III., Amenophis II., Sethos I. sowie das Grab der Nofretari im Mittelpunkt stehen werden. Eine Gesamtbewertung kann allerdings nur vor dem Hintergrund der hieroglyphischen Inschriften - der sog. Toten- und Unterweltsbücher - vorgenommen werden, die die Wände der Grabanlagen bedecken.

    Was das organisatorische Umfeld einer Grabbaustelle betrifft, so ermöglichen es uns die sog. Ostraka (beschriftete Kalksteinscherben, die als Notizzettel verwendet wurden), die einzelnen Arbeitsabläufe bis in die Details hinein zu verfolgen.

    Abschluß und Abrundung des Seminars bilden einerseits ein kurzer Seitenblick auf die (antiken und wohl auch 'geduldeten') Grabräuberaktivitäten und schließlich Berichte über die momentan im Tal laufenden archäologischen Aktivitäten (ausführliche Dokumentation des gesamten Materials anhand von Photos, Karten und Grabungspläne).

    Dozierende Prof. Dr. Albrecht Endruweit
    Format Seminar
    Termine Mi. 10:00 – 12:00; 06.05., 13.05., 20.05., 03.06., 10.06., 17.06., 24.06., 01.07.2026
    Ort Raum 225, Schloßwender Str. 1 [Gebäude 1211]
    Gebühr 77 €
  • Persönlichen Veränderungen mit Kreativität begegnen

    Persönlichen Veränderungen mit Kreativität begegnen

    „Auf Veränderung zu hoffen, ohne selbst etwas zu tun, ist wie am Bahnhof zu

    stehen und auf ein Schiff zu warten.“ Herkunft unbekannt

    Wir alle erleben Brüche und Verluste in unserem Leben: Umzüge, Jobverlust, Eintritt inden Ruhestand, Trennung von geliebten Menschen, schwere Erkrankungen u.v.a.m.

    Diese Momente empfinden wir nicht gerade als Sternstunden unseres Daseins – und doch können sie einen Wandel hin zum Guten oder noch Besseren bedeuten.

    Die Voraussetzungen dafür sind vielfältig: Mut, Entschlossenheit, Selbstvertrauen, Phantasie u.a.m. Und genau da, bei den Schwierigkeiten diese Helfer zuzulassen, wollen wir beginnen. Einmal den Kopf frei bekommen von den vielen Bedenken und Vorbehalten und Ängsten. Weil wir die Themen schon so häufig im Kopf hin und her gewälzt haben, gehen wir in diesem Workshop einen anderen Weg – den der Kreativität.

    Kreativität kann uns unsere Sehnsüchte und tiefen Wünsche sichtbarmachen, ebenso wie das, was uns hindert ihnen entgegenzugehen.

    Mithilfe kreativer Elemente und einembegleiteten Erfahrungsaustausch wollen wir neue individuelle Zugänge zu herausfordernden Veränderungssituationen ermöglichen. Im geschützten Raum, den wir sicherstellen, bleibt die Interpretation immer bei den Teilnehmenden. Hilfreiche Modelle aus der humanistischen Psychologie und der Hirnforschung können dabei unterstützen.

    Therapieerwartungen kann nicht entsprochen werden.

    Inhalte:

    • Der Begriff der persönlichen Freiheit, bezogen auf Veränderungen
    • Das ungelebte Leben und die Sehnsucht
    • Kreative Selbstwahrnehmung
    • Entscheidungen ohne Überforderung

    ZielgruppeMenschen in Veränderungssituationen sowie Interessierte

    Begrenzte Teilnehmendenzahl: 14

    Dozierende Prof. Dr. phil. Manfred Blohm/Marion Lecour (Beraterin & Coach)
    Format Zweiteiliger Workshop
    Termine Teil 1: Fr. 14:00 – 18:00; 11.09.2026 & Sa. 11:00 – 17:00; 12.09.2026
    Teil 2: Fr. 16:00 – 18:00; 25.09.2026 & Sa. 11:00 – 16:00; 26.09.2026
    Ort Teil 1: Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Teil 2: Raum A216,
    Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1210]
    Gebühr 84 €
  • „Seh‘ ich wie eine Kranke aus?“ Krankheit und Gesundheit in der Musiktheaterliteratur

    „Seh‘ ich wie eine Kranke aus?“
    Krankheit und Gesundheit in der Musiktheaterliteratur

    Krankheiten auf der Opernbühne rühren die Zuschauer und Zuschauerinnen zu Tränen. Solche Krankheiten und womöglich deren Heilung in Musik zu fassen, war eines der großen Anliegen von Komponisten zu allen Zeiten. Wenn Mimì an Tuberkulose stirbt, wenn Lucia sich im Wahnsinn verliert oder Mörder wie Lady Macbeth und Herodes durch ihre Taten eine Persönlichkeitsspaltung erleiden, dann erfinden Puccini, Verdi und Richard Strauss einem Psychoanalytiker gleich Musiken, die Geheimnisse menschlicher Seele freilegen. Und gleichzeitig lenken die Komponisten den Blick auf jene offensichtlich oder vermeintlich Gesunden und deren Musik. Daraus folgt die Frage: Kann man Krankheit auf der Musikbühne HÖREN und wie klänge dann „gesund“? Sabine Sonntag wird im Sommersemester 2026 entsprechend dem Wissenschaftsjahr das Thema Krankheit und Gesundheit in der Musiktheaterliteratur behandeln. Eng an den Spielplan der Staatsoper Hannover angebunden wird der Fokus auf den Hauptfiguren in Korngolds Die tote Stadt und in Verdis Der Troubadour liegen. Umrahmt werden diese beiden Werke vom „Klassiker des Opernwahnsinns“ Lucia di Lammermoor und Richard Strauss‘ musikalisch-psychologischen Krankheitsbildern in Salome und Elektra.

    Dozierende Dr. Sabine Sonntag
    Format Vorlesung
    Termine Mo. 16:15 – 17:45; 04.05., 11.05., 18.05., 01.06., 08.06., 15.06., 22.06., 29.06.2026
    Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr 56 €
  • Wie Goethe sich die dämonische Kraft der Liebe erklärte

    Wie Goethe sich die dämonische Kraft der Liebe erklärte

    Das Gewebe der Lebenserfahrung zu analysieren, ist der Urberuf der Dichter. Goethe versteht sich darauf wie wenige andere. Im „Werther“ zeigt er, dass unglückliche Liebe eine Krankheit zum Tode ist. In den „Wahlverwandtschaften“ vertieft er sich in das Rätsel der Anziehungskraft, welche die Geschlechter aufeinander ausüben. Goethe begreift die natürliche und die gesellschaftliche Welt als einen Stufenbau; auf jeder Stufe wiederholen sich Beziehungen und Konstellationen der vorangegangenen Stufen in „analoger“ Weise. So überträgt er, vor dem Hintergrund des zeitgenössischen naturwissenschaftlichen Wissens, das Modell der chemischen Bindungen, der „Wahlverwandtschaften“, auf die menschliche Lebenswelt. Bedeutende Arbeiten von W. Benjamin und W. Hankamer werden uns helfen, Goethes Einblicke in die abgründig-dunkle Seite der Natur des Menschen nachzuvollziehen.

    Dozierende Dr. Karl-Friedrich Kiesow
    Format Seminar
    Termine Mo. 16:15 – 17:45; 08.06., 15.06., 22.06., 29.06., 06.07., 13.07.2026
    Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [1208]
    Gebühr 42 €
  • Niederländische Malerei in der Kunstsammlung der Universität Göttingen

    Leben und Tod in der Niederländischen Malerei in der Kunstsammlung der Universität Göttingen

    Die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts ist nur vordergründig eine sinnliche Malerei, die von praller Lebensfreude erzählt. Auf den ersten Blick erkennt man in den Gemälden lustige Zecher in der Kneipe, ausgelassene Feste und frivole Liebesabenteuer. Ein zweiter Blick offenbart jedoch eine versteckte symbolische Ebene, die vor zu viel Sinnesfreude warnt. Oftmals wird ein „Memento mori“ („Gedenke des Todes“) in die Komposition der Gemälde eingebaut, beispielsweise in Form eines Totenkopfes, einer gefährlichen Operation oder eines Feuers. Auch Menschen, die nach Reichtum oder Gelehrsamkeit verlangen, wird die Sinnlosigkeit ihres Strebens vor Augen geführt, wenn der Tod in die Stube tritt. Entdecken Sie die herausragende Kunstsammlung der Universität Göttingen an ihrem historischen Ort, dem ehrwürdigen Auditorium. Der Kunsthistoriker Rudolf Krüger, ein Kenner der Sammlung, führt mit Charme und Sachverstand in das Thema ein und erläutert an den Meisterwerken der Lehrsammlung der Universität.

     

    Rudolf Krüger ist Kunsthistoriker in Göttingen. Er ist Dozent bei der „Universität des Dritten Lebensalters“ (UDL) sowie Mitarbeiter der Kunstsammlung der Universität Göttingen. Seine Forschungsschwerpunkte sind die niederländische Malerei des 17. Jahrhunderts und die deutsche Malerei des 19. Jahrhunderts sowie die Klassische Moderne.

    An- und Abreise zur Universität Göttingen müssen bitte individuell organisiert werden.

    Treffpunkt und Adresse: Eingangshalle des Alten Auditoriums, Weender Landstraße 2
    37073 Göttingen

    Fahrhinweise: RE2, um 10:33 von Hannover HBF bis Bahnhof Göttingen, von dort 10 Minuten Fußweg zum Auditorium
    Alternativ: ICE 787, um 11:27 von Hannover HBF bis Bahnhof Göttingen (Ankunft 11:59)

    In Göttingen statt Fußweg:
    ab Göttingen Bahnhof/ZOB Bus 180/185 bis Platz der Göttinger Sieben

    Dozierende Rudolf Krüger
    Format Exkursion
    Termine Sa. 12:15 - ca. 13:30 (Führung), 09.05.2026
    Ort -
    Gebühr 12 € zzgl. Eintritt
  • Narrative (Selbst-)Befreiung – Existentielle Not und Lebenskraft in Texten

    Narrative (Selbst-)Befreiung – Existentielle Not und Lebenskraft in Texten

    Widerstandsfähigkeiten und Haltungen, die in existentiellen Notsituationen –wie sie etwa Krieg, Krankheit, Armut, Gefangenschaft und Exil mit sich bringen – dabei helfen, nicht zu resignieren, sind seit jeher ein narrativer Gegenstand in einem doppelten Sinn. Zum einen treten sie häufig als Themen von Narrativen in Erscheinung, meist kollektiv tradierten und identitätsstiftenden und stereotypisierten Geschichten, die – wie z.B. das ,Vom Tellerwäscher zum Millionär‘-Narrativ – Entbehrungs- zu Erfolgserfahrungen werden lassen und allgemeine Tugenden wie Fleiß, Tapferkeit oder Ausdauer in den Mittelpunkt stellen. Zum anderen findet sich jene Widerständigkeit durch die Epochen hindurch in unzähligen Narrationen wieder, als in je eigener Weise erzählerisch aufbereitetes Motiv, das Eingekerkerte, Kranke, unter Terror aller Art leidende Menschen umfasst, die sich mit Hilfe u.a. von Imaginationen, Erinnerungen, dem Glauben an Gott oder eine Idee bewusst oder unbewusst der Verzweiflung entgegenstellen und sich so (zumindest vorübergehend) aus der Not befreien. Das Blockseminar will sich anhand einer exemplarischen Auswahl aus fiktionaler Literatur und Sachtexten beiden, häufig ineinander übergehenden Formen des Narrativen nähern und dabei nach den gestalterischen Mitteln fragen, mit denen Texte diese geistigen Selbstbefreiungen sowohl darstellen als auch bei den Lesenden hervorrufen können.

    Zum Einlesen empfohlen: Andrea Gerk, Lesen als Medizin (2015); Lesen und Genesen, Geschichten, die Mut machen, ausgewählt von Ursula Baumhauer (2021).

    Am Beginn des Semesters wird auf StudIP ein Reader bereitgestellt, den die Teilnehmenden ausdrucken oder für die digitale Lektüre herunterladen können. Teilnehmende, die Interesse haben, ein Referat zum Thema zu halten, können sich gern bei der Dozentin melden.

    Dozierende PD Dr. Marita Liebermann
    Format Blockseminar
    Termine Fr. 14:00 – 17:00; 10.07.2026
    Sa. 10:00 – 16:00; 11.07.2026
    Ort Raum C001Schloßwender Str. 5 [1208]
    Gebühr 42 €
  • Einführung in die Ernährungslehre und Toxikologie von Lebensmitteln

    Einführung in die Ernährungslehre und Toxikologie von Lebensmitteln

    In dieser Veranstaltung werden grundlegende Mechanismen des Humanstoffwechsels für ausgewählte Makro- und Mikronährstoffe sowie deren chemischer Aufbau behandelt. Neben ernährungswissenschaftlichen Prinzipien werden zudem für die besprochenen Nährstoffgruppen toxikologische Aspekte wie Schadstoffe, Prozesskontaminanten und –rückstände erörtert. Ziel ist es, die grundlegenden Prinzipien des Energiestoffwechsels, sowie von Mineralstoffen, Elektrolyten und Spurenelementen zu verstehen, sowie Kenntnisse um Bedarf und Regulation dieser essentiellen Lebensmittelbestandteile zu erlangen, auch im Hinblick von potenziellen Gefahren für die menschliche Gesundheit. Im Zuge dessen werden die chemischen Bausteine von Lebensmitteln wie Kohlenhydrate, Proteine und Fette erläutert, ihre biologische Wertigkeit eingeordnet und anhand von Beispielen für eine ausgewogene Ernährungsweise vorgestellt.

    Dozierende Hans Präßler, M.Sc.
    Format Vorlesung
    Termine Fr. 12:15 – 13:45; 08.05., 22.05., 05.06., 12.06., 19.06., 26.06.2026
    Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr 42 €
  • Resilienz durch Sinnstiftung: Philosophische und mystische Kraftquellen

    Resilienz durch Sinnstiftung: Philosophische und mystische Kraftquellen

    In Krisenzeiten erweist sich die Suche nach Sinn als die elementarste Ressource des Menschen. Ausgehend von der Erkenntnis Viktor Frankls, dass der Mensch als „sinnsuchendes Wesen“ eine tragfähige innere Ausrichtung benötigt, wird Sinnhaftigkeit in dieser Veranstaltung als zentrale Quelle für Resilienz und personale Freiheit begriffen. Wir untersuchen, wie religiöse Traditionen und philosophische Entwürfe diese Widerstandskraft durch die Jahrhunderte genährt haben.

    Im Zentrum steht die Verbindung von intellektueller Reflexion und mystischem Erleben:

    • Islamische Traditionen: Wir beleuchten die „Heilung des Herzens“ bei Al-Ġazālī sowie das moderne, schöpferische Selbstverständnis bei Muhammad Iqbal. Dabei wird diskutiert, wie islamische Ethik und Mystik als Fundamente innerer Standhaftigkeit dienen.
    • Interreligiöse Brückenschläge: Die jüdische Dialogphilosophie Martin Bubers wird ebenso in den Blick genommen wie die christliche Mystik (z. B. Meister Eckhart) und zeitgenössische Ansätze einer psychologisch fundierten Theologie, etwa bei Eugen Drewermann.
    • Ethik und Gesundheit: Der Kurs zeigt auf, dass die „Medizin des Herzens“ keine abstrakte Theorie ist, sondern eine lebensnotwendige Ressource für die individuelle Gesundheitsprävention.

    Das Ziel der Veranstaltung ist es aufzuzeigen, dass die Kultivierung einer inneren Freiheit und Sinnhaftigkeit die notwendige Voraussetzung bildet, um als souveräner Teil einer demokratischen Gesellschaft auch in Zeiten multipler Krisen robust und handlungsfähig zu bleiben.

    Dozierende Dr. Alexander Schmidt
    Format Seminar
    Termine Do. 16:30 – 18:00; 07.05., 21.05, 11.06., 25.06., 02.07., 09.07., 16.07.2026
    Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr 56 €
  • Wir werden immer älter, aber immer früher krank. - Was können wir dagegen tun?

    Wir werden immer älter, aber immer früher krank. - Was können wir dagegen tun?

    Sebastian Purps-Pardigol und Dr. Stephan Bortfeldt geben in ihrem Buch „Die 3 Säulen der Gesundheit" die Antwort – und das so überzeugend, dass es sofort nach Erscheinen in die SPIEGEL-Bestsellerliste eingestiegen ist und sich dort wochenlang gehalten hat.

    Die beiden Hannoveraner Autoren laden zu einer Mischung aus Lesung und freiem Vortrag ein: Sebastian Purps-Pardigol, Bestsellerautor und Buchpreisträger, gemeinsam mit Dr. Stephan Bortfeldt, Gründungsmitglied der Europäischen Gesellschaft für Funktionelle Medizin.

    In ihrem Buch zeigen sie, wie wir es schaffen können, körperlich, mental und emotional langfristig gesund zu bleiben – wissenschaftlich fundiert und dennoch verständlich. An diesem Abend erfahren Sie, was Harvard, Stanford und weitere führende Forschungsinstitute über echte Gesundheit herausgefunden haben.

    Freuen Sie sich auf einen lebendigen Abend mit Geschichten aus der Forschung, persönlichen Einblicken und vor allem: konkreten Maßnahmen und Ideen, die Sie direkt für sich mitnehmen und in Ihren Alltag integrieren können.

    Dozierende Sebastian Purps-Pardigol/Dr. Stephan Bortfeldt
    Format Lesung und Vortrag
    Termine Do. 18:00-19:30; 28.05.2026
    Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr kostenfrei
  • Einführung in die Wissenschaftsphilosophie

    Einführung in die Wissenschaftsphilosophie

    Die Wissenschaften (in erster Linie Naturwissenschaften) versuchen die Welt zu erklären, indem sie zunächst aufgrund von Beobachtungen Theorien über Ereignisse und Zusammenhänge in der Welt aufstellen. Diese Ereignisse sollen in Experimenten reproduziert werden, um in Gesetzen das Geschehen in der Welt präzise und begründet zu erklären. Die Wissenschaftsphilosophie beschäftigt sich nunmehr mit der Frage der Theorienbildung: Wie gut sind die Ansprüche der Wissenschaften, uns Wissen über die Welt liefern zu können, begründet? Hierzu wollen wir uns mit den einflussreichsten Ansätzen und Kritiken beschäftigen: dem Logischen Empirismus/Induktivismus (sog. Wiener Kreis) und der Bedeutung in der Sprache (Ludwig Wittgenstein), dem Falsifikationismus (Karl Popper), der Bedeutung von theoretischen Rahmenbedingungen in wissenschaftlichen Aktivitäten (Thomas Kuhn, Imre Lakatos), sowie dem Werturteilsstreit. Abschließend werden wir diesen Bereich der Wissenschaftstheorie mit Paul Feyerabends Argumentation gegen den Methodenzwang vergleichen. In einem weiteren Sinne gehören zur Wissenschaftsphilosophie auch Fragen der Wissenschaftsethik, denen wir uns dann mit Beispielen aus der Medizinethik (u.a. KI in der Medizin) widmen wollen.

    Dozierende Astrid Theis M.A.
    Format Seminar
    Termine Mo. 10:45 – 12:15; 08.06., 15.06., 22.06., 29.06., 06.07., 13.07.2026
    Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208]
    Gebühr 42 €
  • Schriftstellerärzte

    Schriftstellerärzte

    Erstaunlich viele Dichter waren ausgebildete Mediziner. So promovierte etwa Friedrich Schiller 1780 mit einer Arbeit Über den Zusammenhang der thierischen Natur des Menschen mit seiner geistigen. Das sich in dieser medizinischen Dissertation abzeichnende anthropologische Interesse macht er dann auch literarisch fruchtbar – etwa in seiner Kriminalgeschichte Der Verbrecher aus verlorener Ehre (1786/1792).

    Georg Büchner wiederum, promoviert über das Nervensystem der Barbe, formt in seiner Lenz-Novelle (1839) das tragische Schicksal eines Dichterkollegen, nämlich dasjenige des an Schizophrenie erkrankten Stürmers und Drängers Jakob Michael Reinhold Lenz. Erzähltechnisch innovativ nimmt Büchners Novelle auch die Innensicht dieses gefährdeten Protagonisten ein.

    Überhaupt scheinen es psychiatrische Fragestellungen zu sein, die für Schriftstellerärzte besonders interessiert sind: Auch der ehemalige Pathologe Gottfried Benn sondiert in seinem Novellenzyklus Gehirne (1916) die inneren Abschweifungen, ja Wahnzustände seines fiktiven psychisch labilen Kollegen Rönne. Alfred Döblin hingegen nimmt sich in Die Ermordung der Butterblume (1913) einen aufbegehrenden einfachen Biedermann vor und zeichnet dessen langsame ‚Ver-rückung‘ mit erzählerischer Präzision nach.

    Schriftstellerärzte gibt es auch in der Gegenwartsliteratur: Melitta Breznik etwa, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie, schickt in Das Umstellformat (2002) eine Erzählerin auf familiäre Spurensuche. Es geht um die während der Nazizeit in psychiatrischen Anstalten verschwundene Großmutter, deren Existenz auf gespenstische Weise aus dem Familiengedächtnis gelöscht wurde und die nun mit Verfahren der Dokumentarfiktion wieder sichtbar gemacht wird.

    Der Kurs erkundet in genauen Textdiskussionen ausgewählte Werke von Schriftstellerärzten. Gefragt wird dabei nicht nur nach dem besonderen Blick, den Mediziner:innen als Literat:innen auf den Menschen werfen, sondern auch nach den erzähltechnischen Verfahren, mit denen dies umgesetzt wird.

    Bitte bereiten Sie für die erste Sitzung Schillers Verbrecher aus verlorener Ehre vor.

    Folgende Ausgaben werden zugrunde gelegt:

    • Benn, Gottfried: Gehirne. Novellen. Textkritisch hg. v. Jürgen Fackert. Stuttgart 2004. ISBN: 978-3-15-009750-2 (antiquarisch z.B. über booklooker).
    • Benn, Gottfried: Gehirne. Rönne-Novellen. Lesung mit Rolf Becker. Berlin 2022. ISBN: 978-3-7424-2335-1
    • Breznik, Melitta: Das Umstellformat. Erzählung. München 2002. ISBN: 3-630-87128-3.
    • Büchner, Georg: Lenz. Hg. v. Ariane Martin. Stuttgart 2017. ISBN: 978-3-15-019176-7.
    • Döblin, Alfred: Die Ermordung der Butterblume und andere Erzählungen. Hg. v. Marcel Azte. München 2004. ISBN: 978-3-42-313199-5 (antiquarisch z.B. über booklooker).
    • Schiller, Friedrich: Der Verbrecher aus verlorener Ehre. Studienausgabe. Hg. v. Alexander Kosenina. Stuttgart 2014. ISBN: 978-3-15-019184-2.

    Teilnehmerinnen: max. 25

    Dozierende

    PD Dr. Tanja van Hoorn

    Format Seminar
    Termine

    Di 10:15-11:45 Uhr; 12.05., 19.05., 09.06, 16.06., 07.07., 14.07.2026

    Ort

    Raum 002 Schloßwender Str. 5 [1209]

    Gebühr 42 €