Veranstaltungen
Im Folgenden finden Sie die Veranstaltungen zum Thema "Philosophie – Religion" für das aktuelle Semester.
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Leibniz und seine Vorschläge zur Gesundheitsvorsorge vor 350 Jahren
Leibniz und seine Vorschläge zur Gesundheitsvorsorge vor 350 Jahren
Der Universalgelehrte Gottfried Wilhelm Leibniz kam vor 350 Jahren als 30-Jähriger nach Hannover und gehörte in einer Vielzahl von Wissensgebieten zu den großen Denkern seiner Epoche. In Mathematik und Naturwissenschaften schuf er zukunftsweisende Grundlagen für Innovationen, die noch weit nach seiner Zeit von Bedeutung waren. Seine besondere Expertise in der Medizin findet in Leibniz-Biografien jedoch selten Erwähnung. Doch auch in diesem Bereich beeindruckt sein Werk, insbesondere seine Ausführungen in den „Directiones ad rem Medicam pertinentes” (1671/1672). Neben wissenschaftlichen Analysen und darauf beruhenden Vorschlägen zur Verbesserung der Gesundheit des Einzelnen postulierte er eine Akademisierung des Arztberufs und forderte ein fortschrittliches, staatlich organisiertes Gesundheitssystem. Der Impulsvortrag von Prof. Dr. Axel Haverich wird Thesen von Leibniz zur Gesundheitsvorsorge vorstellen, die im Wesentlichen heute noch Gültigkeit besitzen. Im Anschluss diskutiert die Leibniz-Forscherin Dr. Ariane Walsdorf mit dem Referenten zentrale Thesen und weiterführende Fragen des Themas.
Prof. Dr. Axel Haverich absolvierte sein Medizinstudium an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), wo er 1979 auch promovierte. Nach seiner Assistenzarztzeit war er ab 1985 Oberarzt der Klinik für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie der MHH. 1983 forschte er als Stipendiat der DFG an der Stanford University. 1987 habilitierte er sich und wurde 1992 außerplanmäßiger Professor. Von 1993 bis 1996 leitete er die Abteilung für Herz- und Gefäßchirurgie an der Universität Kiel, bevor er 1996 als Direktor an die MHH zurückkehrte. 1995 erhielt er den Leibniz-Förderpreis, mit dem er 1996 das Leibniz-Forschungslaboratorium für Biotechnologie und künstliche Organe (LEBAO) gründete, in dem unter anderem eine mitwachsende Herzklappe entwickelt wurde. Seit seiner Emeritierung im Jahr 2023 engagiert er sich in Projekten zu Sport und Bewegung zur Prävention von Volkskrankheiten. Seit 2024 ist er Präsident der Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Gesellschaft in Hannover.
Dr. Ariane Walsdorf ist Technikhistorikerin mit dem Forschungsschwerpunkt Gottfried Wilhelm Leibniz und eine international anerkannte Expertin für die Leibniz-Rechenmaschine. Seit 2018 ist sie an der Leibniz Universität Hannover als Wissenschaftskommunikatorin tätig und betreut dort u. a. die Leibniz-Ausstellung EXPLORE!Leibniz sowie Sammlungen zu Leibniz’ technischen Erfindungen. Ihre Forschung gilt der Technik- und Wissenschaftsgeschichte des 17. Jahrhunderts, insbesondere Mechanik und Rechenmaschinen. Als Dozentin, Autorin und Medienexpertin vermittelt sie Leibniz’ Leben und Werk einer breiten Öffentlichkeit.
Dozierende Prof. Dr. Axel Haverich, Dr. Ariane Walsdorf Format Vortrag mit Gespräch Termine Di. 18:00 – 19:00; 09.06.2026 Ort Hörsaal Kesselhaus (A001), Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208] Gebühr kostenfrei -
Vom Umgang mit Leben und Tod
Arbeitskreis: Vom Umgang mit Leben und Tod
Kein Thema berührt uns so existenziell wie der Tod. Er konfrontiert uns mit Verlust, der eigenen Sterblichkeit und mit der Frage nach dem Sinn unseres Lebens. In religiösen Traditionen nehmen die Vorstellungen über die Wechselbeziehung zwischen Leben und Tod einen zentralen Platz ein. Sie prägen Kulturen, Gesellschaften und das individuelle Leben. In einem Vergleich wird deutlich: Den Tod verstehen bedeutet oft auch das Leben verstehen. So betet Moses im Psalm 90 zu seinem Gott Jahwe: „Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf dass wir klug werden.“ Und ein Hindu-Junge erkennt im Gespräch mit Yama, dem Gott des Todes (Kathaka-Upanishad): „Gott des Todes, wo kann ich einen besseren Lehrer finden als dich?“
Ergänzend zu einem Überblick über unterschiedliche Glaubenssysteme wird mit Blick auf das Semesterthema die „Charta zur Betreuung Schwerstkranker und Sterbender“ hinzugezogen. Sie wurde vor 16 Jahren von zahlreichen Experten und über 50 Organisationen formuliert (https://www.charta-zur-betreuung-sterbender.de/die-charta.html) und u. a. über den Palliativ- und Hospizverband e. V. veröffentlicht.
In einem Vergleich stellt sich die Frage: Inwieweit können unterschiedliche Werte- und Glaubenssysteme zu Leben&Tod einen wertvollen Beitrag sowohl für das eigene Leben als auch zu einer Ethik-Debatte leisten.
Teilnehmende haben die Möglichkeit, die Veranstaltung mit eigenen Beiträgen mit zu gestalten. Die erste Veranstaltung dient neben einer Einführung in das Thema daher auch zur gemeinsamen Abstimmung der Themen.
Dozierende Ute Kampmann M.A., Dipl.-Religionspädagogin Format Seminar Termine Mi. 12:15 - 13:45; 03.06., 10.06., 17.06., 24.06., 01.07., 08.07., 15.07.2026 Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208] Gebühr 49 € -
Einführung in die Wissenschaftsphilosophie
Einführung in die Wissenschaftsphilosophie
Die Wissenschaften (in erster Linie Naturwissenschaften) versuchen die Welt zu erklären, indem sie zunächst aufgrund von Beobachtungen Theorien über Ereignisse und Zusammenhänge in der Welt aufstellen. Diese Ereignisse sollen in Experimenten reproduziert werden, um in Gesetzen das Geschehen in der Welt präzise und begründet zu erklären. Die Wissenschaftsphilosophie beschäftigt sich nunmehr mit der Frage der Theorienbildung: Wie gut sind die Ansprüche der Wissenschaften, uns Wissen über die Welt liefern zu können, begründet? Hierzu wollen wir uns mit den einflussreichsten Ansätzen und Kritiken beschäftigen: dem Logischen Empirismus/Induktivismus (sog. Wiener Kreis) und der Bedeutung in der Sprache (Ludwig Wittgenstein), dem Falsifikationismus (Karl Popper), der Bedeutung von theoretischen Rahmenbedingungen in wissenschaftlichen Aktivitäten (Thomas Kuhn, Imre Lakatos), sowie dem Werturteilsstreit. Abschließend werden wir diesen Bereich der Wissenschaftstheorie mit Paul Feyerabends Argumentation gegen den Methodenzwang vergleichen. In einem weiteren Sinne gehören zur Wissenschaftsphilosophie auch Fragen der Wissenschaftsethik, denen wir uns dann mit Beispielen aus der Medizinethik (u.a. KI in der Medizin) widmen wollen.
Dozierende Astrid Theis, M.A. Format Seminar Termine Mo. 10:45 – 12:15; 08.06., 15.06., 22.06., 29.06., 06.07., 13.07.2026 Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208] Gebühr 42 € -
Ringvorlesung China: Medizin und Gesundheitswesen - Zwischen TCM und Digitalisierung
Ringvorlesung China: Medizin und Gesundheitswesen – Zwischen TCM und Digitalisierung
Wie die gesamte chinesische Gesellschaft hat auch das Gesundheitswesen in China rasante Modernisierungssprünge gemacht. Dennoch sind traditionelle Behandlungsmethoden integraler Bestandteil im klinischen Alltag. Diese Ringvorlesung wirft sowohl einen Blick auf die Konzepte und Philosophie der traditionellen chinesischen Medizin als auch auf das moderne Gesundheits- und Pflegewesen Chinas.
- 05.05.2026 Dominique Hertzer (Utting): Chinesische Medizin - Eine Frage der Balance: Philosophische und systemische Grundlagen
- 12.05.2026 Paul Unschuld (Berlin): Geschichte der Akupunktur in China. Theorie und Praxis von der Antike bis in das frühe 20. Jahrhundert
- 19.05.2026 Malte von Neumann-Cosel (Mainz): Das Buch der Wandlungen (Yì Jīng) als Grundlage der chinesischen Medizin.
- 02.06.2026 Qiumei Jiang-Siebert (Baunatal): Einblick in die chinesische Pflege – Strukturen und aktuelle Entwicklungen
- 09.06.2026 Volker Müller (Peking): ‚Gesundes China 2030‘ – 3,8 Milliarden zusätzliche Lebensjahre. Ein Überblick über das chinesische Gesundheitswesen
- 16.06.2026 Ulrich Sollmann (Bochum): Transkulturelle Begegnungen im Reich der Mitte – mit psychologischem Blick unterwegs in China
Dozierende Bettina Grieß M.A. et al. Format Vortrag Termine Online Di. 14:15 - 15:45; 05.05., 12.05., 19.05., 02.06., 09.06., 16.06.2026 Ort Online Gebühr 42 € -
Meisterdenker der Philosophie - Horkheimer
Meisterdenker der Philosophie
Die Sehnsucht nach dem Anderen
Max HorkheimerIn unserer bewährten Reihe „Meisterdenker der Philosophie“ beschäftigen wir uns in diesem Semester mit dem Philosophen Max Horkheimer, der zu den einflussreichsten und modernsten Denkern des 20. Jahrhunderts zählt. Er gehört neben Th. W. Adorno und Erich Fromm zum Kreise der sogenannten Frankfurter Schule, die den Fortschritt des sozialen Wandels in das philosophische Denken mit aufnimmt. Geschult am Historischen Materialismus der Marxschen Theorie nimmt Max Horkheimer vor allem die Begriffe Gerechtigkeit und Freiheit in den Fokus einer auf den modernen gesellschaftlichen Wandel gerichteten Betrachtung. Der Sozialphilosoph verdichtet seine Gedanken über Wahrheit, Gerechtigkeit, Vernunft, Glück und Liebe insbesondere im philosophischen Aphorismus, also in Form kurzer, scharfsichtiger und konzentrierter Textstücke, die bisweilen nur wenige Zeilen umfassen.
Im Seminar werden wir gemeinsam ausgewählte Texte und Aphorismen besprechen, biographische Hintergründe erfahren und nach der Bedeutung der philosophischen Aussagen für unser konkretes Leben, für unsere Freiheit und Vernunft fragen. Auch werden wir die pädagogisch-medialen Konsequenzen dieser Philosophien für bildungsrelevante soziale Interaktionen reflektieren.
Das Seminar richtet sich auch an Teilnehmende, die bislang erst wenig Berührung mit der Philosophie hatten. Aktive Mitarbeit und Textlektüre wird erbeten.
Philosophische Lektüre wird im Seminar ausgegeben.
Lektüre: 5,00 Euro direkt beim Dozenten
Dozierende Prof. Dr. Peter Moritz Format Seminar Termine Mo. 14:30 – 19:00; 04.05., 11.05., 18.05., 01.06.2026 Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208] Gebühr 84 € -
Resilienz durch Sinnstiftung: Philosophische und mystische Kraftquellen
Resilienz durch Sinnstiftung: Philosophische und mystische Kraftquellen
In Krisenzeiten erweist sich die Suche nach Sinn als die elementarste Ressource des Menschen. Ausgehend von der Erkenntnis Viktor Frankls, dass der Mensch als „sinnsuchendes Wesen“ eine tragfähige innere Ausrichtung benötigt, wird Sinnhaftigkeit in dieser Veranstaltung als zentrale Quelle für Resilienz und personale Freiheit begriffen. Wir untersuchen, wie religiöse Traditionen und philosophische Entwürfe diese Widerstandskraft durch die Jahrhunderte genährt haben.
Im Zentrum steht die Verbindung von intellektueller Reflexion und mystischem Erleben:
- Islamische Traditionen: Wir beleuchten die „Heilung des Herzens“ bei Al-Ġazālī sowie das moderne, schöpferische Selbstverständnis bei Muhammad Iqbal. Dabei wird diskutiert, wie islamische Ethik und Mystik als Fundamente innerer Standhaftigkeit dienen.
- Interreligiöse Brückenschläge: Die jüdische Dialogphilosophie Martin Bubers wird ebenso in den Blick genommen wie die christliche Mystik (z. B. Meister Eckhart) und zeitgenössische Ansätze einer psychologisch fundierten Theologie, etwa bei Eugen Drewermann.
- Ethik und Gesundheit: Der Kurs zeigt auf, dass die „Medizin des Herzens“ keine abstrakte Theorie ist, sondern eine lebensnotwendige Ressource für die individuelle Gesundheitsprävention.
Das Ziel der Veranstaltung ist es aufzuzeigen, dass die Kultivierung einer inneren Freiheit und Sinnhaftigkeit die notwendige Voraussetzung bildet, um als souveräner Teil einer demokratischen Gesellschaft auch in Zeiten multipler Krisen robust und handlungsfähig zu bleiben.
Dozierende Dr. Alexander Schmidt Format Seminar Termine Do. 16:30 – 18:00; 07.05., 21.05., 11.06., 25.06., 02.07., 09.07., 16.07.2026 Ort Raum C001, Schloßwender Str. 5 [Gebäude 1208] Gebühr 56 €